Aufruf

Join.Workshops.&.Diskuss (JWD)
antifaschistische CAMP.ferenz zu den Wahlen in Brandenburg

Die kurze Version des Aufrufs findet ihr hier.

Mit den Kommunal-, Europa- und Landtagswahlen ist 2019 das „Superwahljahr“ in Brandenburg. Jetzt, wo rechte Kräfte immer stärker werden, ist es an der Zeit die Zähne zusammenzubeißen, den Arsch hochzukriegen und zusammenzustehen. Dafür bietet die Join.Workshops.&.Discuss (JWD) CAMP.ferenz am 12. und 13. Juli in Potsdam eine Gelegenheit.

Düstere Zeiten
Bereits jetzt zeichnet sich ab, welche Probleme uns in der Zukunft erwarten. Längst ist die national-populistische Alternative für Deutschland (AfD) in die Parlamente vorgedrungen und will ihren Einfluss ausweiten. Darüber hinaus stärkt sie auf vielen Ebenen einen rückwärtsgewandten Rechtsruck, der droht zur Normalität zu werden. Die AfD vertritt rassistische, antisemitische, sexistische und chauvinistische Positionen, leugnet den Klimawandel und propagiert einen Nationalismus, der sein Ziel in der Abschottung Europas und der Schaffung einer ethnisch-homogenen Gemeinschaft sieht. All dies bedroht alle Menschen, die von der Vorstellung dieser völkischen Ideen abweichen. Sei es durch eine andere Herkunft, andere geschlechtliche oder sexuelle Identität(en) oder durch alternative Vorstellungen vom Leben – die AfD droht die ohnehin ungleich verteilten Möglichkeiten auf Leben, körperliche Selbstbestimmung und freie Entfaltung komplett auszulöschen.

Staat&Nazis Hand in Hand
Doch die AfD ist nicht die einzige gesllschaftliche Kraft, die unser Leben bedroht. Viel mehr ist es ein Zusammenspiel von alten und neuen, staatlichen und nicht-staatlichen Akteur_innen, die alle dazu beitragen, dass sich das soziale Klima über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus verschärft. Während die AfD für eine breite Schicht der Gesellschaft zu einer wählbaren Partei geworden ist, professionalisiert sich das Spektrum des sogenannten „Neuen Rechten“ und am äußersten rechten Rand um PEGIDA, Hollogans und Neonazis radikalisieren sich Kräfte. Die Folge davon sind Hetzjagden und Angriffe auf Geflüchtete und ihre Unterkünfte, aber auch auf andere als Feinde ausgemachte Menschengruppen wie beispielsweise Homo-, Inter- und Transsexuelle, vermeintlich links-positionierte Menschen und die Presse. Wie eng Staat mit Nazis verbandelt ist, zeigt das NSU-Netzwerk, das 10 Jahre lang unter Aufsicht des Verfassungsschutzes durch die Bundesrepublik ziehen und Migrant_innen ermorden konnte oder die neonazistische Schattenarmee aus Behörden, VerfassungsschützerInnen und Elite-BundeswehrsoldatInnen. Dabei zeigt der skandalöse Ausgang des ersten NSU-Prozesses deutlich, dass ein Trockenlegen dieser Sümpfe von Seiten des Staates weder gewünscht ist, noch die AkteurInnen wie Neonazis, Verfassungsschutz und co. mit Konsequenzen rechnen müssen.

Schuld ist der Kapitalismus
Gleichzeitig sind es aber auch die regierenden Parteien, die sich vor den Karren einer autoritären Formierung spannen lassen. Die Verschärfung des Asylrechts, die massive Durchsetzung von Abschiebungen und die verstärkte Abschottung und das damit verbundene Massensterben an den Außengrenzen Europas haben SPD, CDU und CSU zu verantworten. Auch die Verschärfung des Polizeigesetzes in Brandenburg sowie die kommende Verfassungsschutzreform, die beide starke autoritäre Züge tragen, anstatt eine demokratische Kontrolle dieser Institutionen zu stäkren, ist die Beugung der rot-roten Landesregierung vor dem Druck von rechts. Dass die regierenden Parteien zu Kollaborateur_innen des Rechtsruck werden, ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass das kapitalistische Wirtschaftssystem, welches auf Ausbeutung und Verwertungslogik basiert, sich immer stärker in einer Krise befindet. Zum Schutz dieses kapitalistischen Systems werden Armut und Verdrängung in Kauf genommen, autoritäre Gesetze verabschiedet und durchgesetzt, um das Prinzip der freien Marktwirtschaft zu erhalten und uns alle weiterhin beherrschbar zu machen. Erst wenn wir uns also von den Fesseln des kapitalistischen Systems entledigen, können wir frei sein.

Ein gutes Leben für alle!
Um die Herrschaft des Kapitalismus zu überwinden, müssen wir die Zusammenhänge zwischen diesem, dem Staat und den Nazis verstehen, die das System tragen. Denn nur in einer befreiten Gesellschaft ist ein gutes Leben für alle möglich. Doch bis dahin ist es ein langer Weg, der heute vor allem durch den Rechtsruck immer länger zu werden scheint. Um diesen und weiteren Hindernissen zu begegnen, laden wir alle Interessierten ein um uns gemeinsam zu organisieren, unsere Ideen von einer emanzipatorischen Gesellschaft auszutauschen und uns gegenseitig für die kommenden Zeiten zu stärken.

Am 12. und 13. Juli geht es von JanzWeitDraußen nach JanzWeitDrinnen in die Landeshauptstadt Potsdam. Bei der CAMP.ferenz, einem Mix aus Camp und Konferenz, erwarten euch verschiedene Workshops, die euch mit den notwendigen Werkzeugen ausstatten um über den Wahlkampf hinaus aktiv zu bleiben und euch zu organisieren. Außerdem wird es Raum für Diskussionen geben, aber auch für Entspannung, Selbstreflexion und Vernetzung.

Lasst uns gemeinsam den rechten Vormarsch stoppen!
Antifa bleibt Landarbeit & Handarbeit.